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ISO 9001 oder Endprüfung? Qualität am Pumpenprüfstand

ISO 9001 oder praktische Endprüfung? Ein Blick auf unseren Prüfstand

Am 4. November haben wir an dieser Stelle die Frage gestellt, welchen Stellenwert eine ISO-9001-Zertifizierung bei Einzelfertigung und kleinen, kundenspezifischen Serien hat.

Unsere Position war und ist dabei bewusst nicht: ISO 9001 brauchen wir nicht. 

Vielmehr stellen wir eine andere Frage: Wie weisen wir unserem Kunden nach, dass genau die Pumpe, die er von uns erhält, die vereinbarte Leistung tatsächlich erreicht?

Ein aktueller Auftrag gibt uns die Gelegenheit, unsere Antwort darauf nicht nur zu beschreiben, sondern direkt am Prüfstand zu zeigen.

Von der Fertigung auf den Prüfstand

Aktuell befinden sich 17 C09-5-400 Kolbendosierpumpen aus einer Kleinserie in unserer Endabnahme. Die C09-5-400 ist für anspruchsvolle Dosieraufgaben ausgelegt. Sie ermöglicht eine pulsationsfreie Dosierung von bis zu 5 ml/min bei einer maximalen Druckerhöhung von 400 bar. Nach Fertigstellung geht jede einzelne dieser Pumpen auf unseren Prüfstand. Dort kontrollieren wir nicht nur die grundsätzliche Funktion. Wir nehmen die Pumpe in Betrieb, überprüfen die relevanten Parameter und stellen sie für eine möglichst präzise, gleichmäßige und reproduzierbare Dosierung ein.

2,500 ml/min Soll – 2,5086 ml/min gemessen

Das Foto zeigt eine der Pumpen während dieser Prüfung. Bei diesem Prüfpunkt wurde eine Dosierleistung von 2,500 ml/min vorgegeben. Gemessen wurden 2,5086 ml/min bei einem Gegendruck von rund 285 bar.

Der Druck wird dabei zusätzlich mit einem unabhängigen Referenzsensor überprüft. Parallel erfolgt die Kommunikation mit der Pumpensteuerung. Funktionen, Einstellungen und relevante Betriebsparameter können so während der Endabnahme kontrolliert und angepasst werden. Das Entscheidende daran: Diese Prüfung findet nicht nur an einer Referenzpumpe oder stichprobenartig statt. Wir prüfen jede einzelne Pumpe vor ihrer Auslieferung.

Bei diesem Auftrag bedeutet das: 17 Pumpen = 17 Endprüfungen.

C09 Kolbendosierpumpe bei der Endprüfung mit 2,5086 ml/min bei rund 285 bar
Praxis statt Annahme: Eine C09-5-400 während der Endprüfung. Bei einem Sollwert von 2,500 ml/min werden 2,5086 ml/min bei rund 285 bar gemessen.

Aber ist genau dafür nicht ISO 9001 da?

Diese Frage begegnet uns regelmäßig – insbesondere bei der Qualifizierung als neuer Lieferant. Häufig beginnt die Diskussion im Einkauf mit einer einfachen Frage: „Sind Sie nach ISO 9001 zertifiziert?“

Unsere Antwort lautet derzeit: Nein. 

Das führt anschließend nicht selten zu einem wesentlich interessanteren Gespräch mit dem Einkauf und der Qualitätssicherung: Wie stellen wir Qualität sicher? Welche Prüfungen führen wir durch? Wie dokumentieren wir Ergebnisse? Und wie stellen wir sicher, dass das konkrete Produkt die vereinbarten Anforderungen erfüllt? In den meisten Fällen können wir neue Kunden mit unserem Vorgehen überzeugen. Allerdings nicht immer. Ist eine ISO-9001-Zertifizierung eine formale Voraussetzung für die Lieferantenfreigabe, können wir diese Voraussetzung derzeit nicht erfüllen. Auch das gehört zu einer ehrlichen Betrachtung.

Warum lassen wir uns dann nicht einfach nach ISO 9001 zertifizieren?

Eine absolut berechtigte Frage. Selbstverständlich könnte ein zertifiziertes Qualitätsmanagementsystem mit unserer vollständigen Endprüfung kombiniert werden. Das eine schließt das andere überhaupt nicht aus. Eine ISO-9001-Zertifizierung würde jedoch zusätzliche Prozesse, Dokumentation, interne Ressourcen, externe Audits und entsprechende Kosten mit sich bringen. Unsere Hemmschwelle gegenüber diesem zusätzlichen organisatorischen Aufwand ist derzeit relativ hoch. Vielleicht sogar höher, als sie nach einer konkreten Beschäftigung mit einer Zertifizierung tatsächlich sein müsste. Das wollen wir gar nicht ausschließen. Als mittelständisches Unternehmen mit einem hohen Anteil an kundenspezifischer Entwicklung, Einzelanfertigungen und kleinen Serien stellen wir uns bei zusätzlichen Prozessen aber immer die Frage: Welchen konkreten Mehrwert erhält unser Kunde dadurch?

Bei unserer Endprüfung können wir diese Frage unmittelbar beantworten. Der Kunde erhält eine Pumpe, deren Funktion und Leistung wir vor der Auslieferung praktisch überprüft haben.

ISO 9001 und Produktprüfung erfüllen unterschiedliche Aufgaben

Dabei wäre es falsch, eine ISO-9001-Zertifizierung auf die Frage zu reduzieren, ob eine fertige Pumpe funktioniert. Ein Qualitätsmanagementsystem betrachtet wesentlich mehr: Prozesse, Verantwortlichkeiten, Dokumentation, kontinuierliche Verbesserung, Umgang mit Abweichungen und viele weitere Aspekte einer Organisation. Unsere Endprüfung verfolgt dagegen ein sehr konkretes Ziel: Funktioniert dieses eine Produkt so, wie es für den Kunden funktionieren soll?

Deshalb sehen wir die beiden Ansätze nicht als Gegensätze. Unsere derzeitige Entscheidung ist lediglich, den Schwerpunkt unserer Ressourcen auf die praktische Qualitätssicherung am konkreten Produkt zu legen. Ob das für alle Zeiten die richtige Entscheidung bleibt? Auch diese Frage darf man sich als Unternehmen regelmäßig neu stellen.

Qualität muss messbar werden

Am Ende möchten wir uns weder hinter einem Zertifikat noch hinter einer theoretisch korrekten Konstruktion verstecken. Eine Dosierpumpe hat eine Aufgabe zu erfüllen. Wenn 2,500 ml/min bei rund 285 bar gefordert sind, dann wollen wir wissen, was die Pumpe tatsächlich dosiert. In diesem Fall lautet die Antwort: 2,5086 ml/min. Genau deshalb stehen unsere Pumpen vor der Auslieferung auf dem Prüfstand. Nicht weil wir davon ausgehen, dass sie funktionieren. Sondern weil wir es wissen wollen.

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Ob Kleinstmengen, hohe Drücke, aggressive Medien oder besondere Prozessbedingungen – wir entwickeln und fertigen Dosierpumpen passend zur jeweiligen Anwendung.

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Historie der Fink Chem + Tec GmbH

At the beginning 60-iger Jahre entwickelte und patentierte Herr Günter Fahrion die ersten Dosierpumpen… learn more

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